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Kurzverzeichnis der 35 in dieser Ausgabe enthaltenen Schriften:

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GE   EG   WW   PF   FN   GW   HG   RP   MA   CM   TH   AN   WE   SE   FK   AC   GU  

PdE   PdS   HdS   DSE   WS   SW   GF   GK   VM  VS  GG  KS   AD   DS   SL   AL   EH   ML

Neuntes Bild.

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PdE, 111-114

 

(Dieselbe Gegend wie im zweiten Bild.

Es tönt aus Felsen und Quellen: O Mensch, erlebe dich.)

​

Johannes:

O Mensch, erlebe dich!

​

Ich habe sie drei Jahre lang gesucht,

Die mutbeschwingte Seelenkraft,

Die Wahrheit gibt dem Worte,

Durch das der Mensch, sich selbst befreiend, siegen,

Und sich besiegend, Freiheit finden kann:

O Mensch, erlebe dich!

​

(Aus Felsen und Quellen tönt: O Mensch, erlebe dich!)

​

Sie kündigt sich im Innern an,

Nur leise fühlbar meinem Geistgehör.

​

Sie birgt in sich die Hoffnung,

Daß wachsend sie den Menschengeist

Aus engem Sein in Weltenfernen führt,

So wie geheimnisvoll sich weitet

Das kleine Samenkorn

Zum stolzen Leib der Rieseneiche. ‒ ‒

​

Es kann der Geist in sich beleben,

Was in der Luft und was im Wasser webt,

Und was den Erdengrund gefestigt.

​

Es kann der Mensch ergreifen,

Was in den Elementen,

In Seelen und in Geistern,

In Zeitenlauf und Ewigkeit

Des Daseins sich bemächtigt hat.

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Es lebt das ganze Weltenwesen in dem Seelensein,

Wenn solche Kraft im Geiste wurzelt,   |112

Die Wahrheit gibt dem Worte:

O Mensch, erlebe dich!

​

(Aus Felsen und Quellen tönt: O Mensch, erlebe dich!)

​

Ich fühle ‒ wie es tönt in meiner Seele,

Sich regend kraftverleihend.

​

Es lebt in mir das Licht,

Es spricht um mich die Helligkeit,

Es keimt in mir das Seelenlicht,

Es schafft in mir die Weltenhelle:

O Mensch, erlebe dich!

​

(Aus Felsen und Quellen tönt: O Mensch, erlebe dich!)

​

Ich finde mich gesichert überall,

Wohin mir folgt des Wortes Kraft.

​

Sie wird mir leuchten in der Sinnesdunkelheit

Und mich erhalten in den Geisteshöhen.

​

Sie wird mich mit dem Seelensein erfüllen

Für alle Zeitenfolgen.

​

Ich fühle Weltensein in mir,

Und finden muß ich mich in allen Welten.

​

Ich schau mein Seelenwesen

Durch Eigenkraft belebt in mir.

​

Ich ruhe in mir selber.

Ich blicke nach den Felsen und den Quellen;

Sie sprechen meiner Seele eigne Sprache.

​

Ich finde mich in jenem Wesen wieder,

Das ich in bittre Not gebracht.

​

Heraus aus ihm ruf’ ich mir selber zu:

»Du mußt mich wieder finden

Und mir die Schmerzen lindern.«

​

Das Geisteslicht, es wird mir Stärke geben,

Das andre Selbst im eignen Selbst zu leben.

​

O hoffnungsvolles Wort,

Du strömst mir Kraft aus allen Welten zu:

O Mensch, erlebe dich!

​

(Aus Felsen und Quellen tönt: O Mensch, erlebe dich!)

​

Du lässt mich meine Schwachheit fühlen

Und stellst mich neben hohe Gottesziele;   |113

Und selig fühle ich

Des hohen Zieles Schöpfermacht

In meinem schwachen Erdenmenschen.

​

Und offenbaren soll sich aus mir selbst,

Wozu der Keim in mir geborgen ist.

​

Ich will der Welt mich geben

Durch Leben meines eignen Wesens.

​

Empfinden will ich alle Macht des Wortes,

Das mir erst leise klingt;

Es soll mir wie belebend Feuer sein

In meinen Seelenkräften,

Auf meinen Geisteswegen.

​

Ich fühle, wie mein Denken dringt

In tief verborgne Weltengründe;

Und wie es leuchtend sie durchstrahlt.

​

So wirkt die Keimkraft dieses Wortes:

O Mensch, erlebe dich!

​

(Aus Quellen und Felsen: O Mensch, erlebe dich!)

​

Aus lichten Höhen leuchtet mir ein Wesen,

Ich fühle Schwingen,

Zu ihm mich zu erheben.

​

Ich will mich selbst befrei’n

Wie alle Wesen, die sich selbst besiegen.

​

(Aus Quellen und Felsen: O Mensch, erlebe dich!)

​

Ich schaue jenes Wesen,

Ich will ihm gleich in Zukunftzeiten werden.

​

Der Geist in mir wird sich befrei’n

Durch dich, erhabnes Ziel.

​

Ich will dir folgen.

​

(Maria kommt hinzu.)

​

Das Seelenauge haben mir erweckt

Die Geisteswesen, die mich aufgenommen.

​

Und sehend in den Geisteswelten,

Erfühle ich in meinem Selbst die Kraft:

O Mensch, erlebe dich!

​

(Aus Quellen und Felsen: O Mensch, erlebe dich!)

​

O meine Freundin, du bist hier!   |114

​

Maria:

Mich trieb meine Seele hierher.

​

Ich konnte deinen Stern erschauen.

​

 Er strahlt in voller Kraft.

​

Johannes:

Erleben kann ich diese Kraft in mir.

​

Maria:

So eng sind wir verbunden,

Daß deiner Seele Leben

Sein Licht in meiner Seele leuchten lässt.

​

Johannes:

O Maria, so ist dir bewußt,

Was sich mir eben offenbarte?

​

Mir ist des Menschen erste Zuversicht,

Mir ist die Wesenssicherheit gewonnen.

​

Ich fühle ja des Wortes Kraft,

Die überall mich leiten kann:

O Mensch, erlebe dich!

​

(Aus Felsen und Quellen: O Mensch, erlebe dich!)

​

(Vorhang fällt.)    |

 

Die Pforte

der Einweihung

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